Die christlichen Gemeinden des 1.Jahrhunderts sind unsere Wurzeln. Ihre Strukturen und Ziele sind
ausführlich im Neuen Testament beschrieben. Nach dem Pfingstereignis wurde aus der Urgemeinde in
Jerusalem die Frohe Botschaft (das Evangelium) ins gesamte römische reich getragen. Durch die Arbeit der
Apostel (besonders Paulus) und anderer Christen wuchsen rasch selbständige Gemeinden heran. Zwar
waren sie miteinander in der Gesinnung verbunden, aber eine direkte kirchliche Hierarchie kannten sie
nicht. Man traf sich in Privathäusern, da es noch keine Kirchengebäude gab.
Das Evangelium verbreitete sich in verschiedenen Gesellschaftsschichten und Regionen. Dies konfrontierte
die christliche Botschaft mit vielen geistigen und religiösen Strömungen und deren Auswirkungen.
Außerdem war unklar, welche Schriften man zum neuen Testament zählen sollte, und welche diesem
Maßstab nicht entsprachen. Im 2.Jahrhundert führten diese Auseinandersetzungen von einer Verflachung
echten geistlichen Lebens hin zu einer vermehrten Betonung von Äußerlichkeiten. Der Amts- und
Sakramentgedanke gewann an Ansehen. Im 4.Jahrhundert suchte man unter Kaiser Konstantin ein
einigendes Band für das Vielvölkerreich. Deshalb etablierte sich die Staatskirche. Möglichst jeder Bürger
des römischen Reiches sollte zur Kirche gehören. Nicht alle Christen akzeptierten diesen Gedanken. Sie
lehnten die Vermischung von Staat und Kirche in dieser Form ab. Von da an gab es immer wieder
Bewegungen, die eine Erneuerung der Kirche nach neutestamentlichem Vorbild anstrebten. Obwohl sie sich
nicht durchsetzen konnten, blieben ihre Ideen in den Herzen mancher Gläubiger lebendig. Auch andere
Gruppen, deren Motive nicht unbedingt der Bibel entstammten, wählten den Weg in die Absonderung.
Im Mittelalter bildeten die Waldenser, die auch in Österreich zahlreich vertreten waren, eine von vielen
biblischen Reformbewegungen. Im 15. Jahrhundert bereiteten die geistigen (Humanismus und Buchdruck,
politischen und sozialen (Bürgertum) Umstände der beginnenden Neuzeit den Boden für eine tiefgreifende
Erneuerung, nämlich die REFORMATION. Der Theologe Martin Luther beeinflusste im Jahre 1517 mit der
Veröffentlichung seiner 95 Thesen die Geschichte Europas nachhaltig. Seine Übersetzung der Heiligen
Schrift machte den Menschen erstmals das Wort Gottes in einer verständlichen und zu Herzen gehenden
Sprache zugänglich.
Bald entstand neben der evangelischen Kirche lutherischen und reformierten Bekenntnis ein dritter Zweig
der Reformation, die so genannte "Täuferbewegung". Sie vollzog den Schritt zu einer Kirche, die von
politischen und staatskirchlicher Obrigkeit unabhängig war. Ihr Vorbild waren die Gemeinden des Neuen
Testaments. Jeder, der sich Christus zugewandt hatte, konnte in dieser Gemeinschaft sein Zuhause finden
und bezeugte seine Lebenswende durch die Taufe. Dieses bewusste Bekenntnis, sowie die Ablehnung der
Säuglingstaufe führten bald zu blutigen Verfolgungen durch die römisch-katholische und die evangelische
Kirche. Diese Verfolgung wurde vor allem durch eine extreme Gruppe, die der Täuferbewegung
unberechtigt zugeordnet wurde, noch verstärkt. Dennoch wuchsen die Freikirchen weiter. Sie fanden
Verbreitung durch die Mennoniten Hollands, Russlands und Amerikas, sowie durch die aus England
stammenden Baptisten (17.Jhd.) und Methodisten (18.Jhd.).
Wir haben eines gemeinsam:
Die persönliche Erfahrung der Liebe und Vergebung Gottes,
die uns täglich erfüllt und unserem Leben Sinn und Zweck gibt! |